das podium – Kultur in Frauenfrieden
Kirche ist nicht nur Ort der Seelsorge, sondern auch kulturelles Forum für die Gemeinde, den Stadtteil und Frankfurt. Das gilt besonders für Frauenfrieden: mit dem Kulturprogramm „das podium“ bietet die Gemeinde ein abwechslungsreiches Programm an: Vorträge, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Kabarett und hin und wieder Zwei-Tages-Ausflüge.
Damit auch wirklich ein jeder teilnehmen kann, sind die meisten Angebote kostenlos, nur bei den Reisen brauchen wir eine Beteiligung.
Wir freuen uns, wenn Sie den Weg nach Frauenfrieden finden!
MARGARETE ZAHN: ALTE UND NEUE KREUZE
Vom 18. Januar bis zum 28. Februar 2026 zeigt das Podium in der Taufkapelle der Frauenfriedenskirche, Zeppelinallee 101, 60487 Frankfurt, unter dem Titel "Alte und neue Kreuze" Werker der Künstlerin Margarete Zahn. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 18. Januar 2026, 12:30 Uhr.
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag: 8:00–17:00 Uhr
Samstag: 8:00–12:00 Uhr
Sonntag: 12:15–17:00 Uhr
Montag geschlossen
Margarete Zahn, zwei Ausstellungen mit zwei Werkgruppen
Zwei Wege, ein Gedanke – Bezüge zur Unendlichkeit
Mit CUT-OUTS sowie neuen und alten Kreuzen ist die Frankfurter Künstlerin Margarete Zahn in diesen Tagen in zwei parallellaufenden Ausstellungen in Frankfurt-Bockenheim vertreten. Ab 14. Januar 2026 zeigt sie ihre CUT-OUTS in der Galerie KunstRaum Bernusstraße bei Marina Grützmacher (bis 20. Februar 2026) und am Sonntag, 18. Januar 2026, eröffnet die Kulturplattform Podium der Frauenfriedenskirche in den Ausstellungsräumen der Taufkapelle eine Werkschau mit alten und neuen Kreuzen (bis 1. März 2026).
Die beiden Ausstellungen zeigen über 40 Jahre kreativen Schaffens konzentriert auf die letzten 20 Jahre. Mit „Emotion und Rhythmus“ bezeichnet Margarete Zahn die Herangehensweise in ihrem künstlerischen Schaffen bei gleichem Ausdruckswillen.
Zwei Wege, ein Gedanke
In den CUT-OUTS bilden bemalte Leinwände das Grundmaterial – zumeist „aussortierte“ Werke früherer Zeit. Durch das Herausschneiden mit dem Teppichmesser legt sie die Grundlage für ein neues Kunstwerk. Die „Bildzerstörung“ soll – so Zahn – „den Betrachter anregen, das Werk auf neue Art zu sehen“.
Dabei kann es hilfreich sein, zu wissen, dass sich Margarete Zahns Fragestellung in all den Jahrzehnten nicht geändert hat – wohl aber ihre künstlerische Antwort. Und bei der geht es um die existenzielle Grundfrage allen SEINS – worauf hin ist der Mensch bezogen?
Hier ist bei ihr klar eine Nähe zur zentralen Idee des Philosophen Friedrich Schleiermacher festzustellen. Er hat den Menschen ausgemacht als aus dem Unendlichen „herausgeschnitten“ – der Mensch als endliches Wesen existiere nur durch die Festlegung seiner Grenzen, die ihn „herausschneiden“ aus der Unendlichkeit. Dennoch aber ist und bleibt er Teil der Unendlichkeit. Er erfährt sich als Teil eines größeren, unendlichen Ganzen (des Universums, der Natur).
Nähme man das Ausgeschnittene von Zahns Werken (herausgeschnitten aus früheren Werken, auch den Kreuzen) und fügte es wieder ein, so wäre ein alter Zustand der Ganzheit wieder hergestellt. Das aber will Margarete Zahn ausdrücklich nicht. Vielmehr zielt ihr Schaffen gerade bei den CUT-OUTS dahin, dass die Menschen, die Betrachter sich in einem neuen Akt des Sehens ihres „Heraus-genommen-seins“ beziehungsweise „Herausgeschnitten-seins“ bewusst werden. Dass sie ihre Existenz betrachten und sehen als Teil dieses Unendlichen, aus dem sie sind und auf das hin sie bezogen sind.
Seit fast 30 Jahren beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Andreaskreuz und seiner Möglichkeit der künstlerischen Darstellung. Diese X- Form bildet sie in vielfältigen gestalterischen Variationen ab – in unterschiedlichen Formaten, sowohl als dreidimensionales Objekt aus Holz als auch zweidimensional als Malerei auf Leinwand oder Papier.
Die frühen Kreuzarbeiten (1997–2015) sind alle mit Eisenpigment und Acrylfarbe gemalt, welche nach dem Farbauftrag geätzt wurden, so dass beim Betrachter der Eindruck von einer rostigen Arbeit entsteht. Wobei hier der braune Rost als Sinnbild für Erde, Vergehen und Tod gesehen werden kann.
Nach fast zwanzig Jahren musste die Künstlerin das Arbeiten mit Eisenpigment aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Im Laufe der Zeit hat sich die Kreuzform mehr und mehr dekonstruiert, ist fast gänzlich in den Hintergrund getreten und für den Betrachter nur noch schwer erkennbar.
Das Andreaskreuz scheint auseinander zu fliegen, die einzelnen Teile der Malerei lösen sich auf. Und dennoch bleibt mehr als die Erinnerung an den Ursprung aus dem sie kamen. Zwei Linien, die sich kreuzen. Diese Geraden haben keinen Anfang und kein Ende. Sie kommen aus und gehen hin zum Unendlichen.
Ob Linien, Kreuze oder CUT-OUTS – zwei Wege, ein Gedanke in den Werken von Margarete Zahn. Vom inhaltlichen Ansatz und Ziel her geht es um den Menschen in seiner Existenz, seiner Begrenztheit und Endlichkeit. Mit einem großen „dennoch“, wie die aus dem Unendlichen kommenden und ins Unendliche gehenden Geraden zeigen oder wohin die „Bildzerstörung“ den Betrachter verweisen möchte. Er kann sich als Einzelner sehen als Teil des großen Ganzen oder – um es in der Feststellung des Psychoanalytikers C.G. Jung zusammenzuführen: Der Mensch ist auf Unendliches bezogen.
Dann hätte Margarete Zahn ein Ziel ihres künstlerischen Schaffens erreicht: Die Betrachter zu ermutigen, Kunstwerke auf neue Art zu sehen
Armin Nagel

EINE STUNDE MIT HILDE
LIEDER UND ERLESENES ZUM 100. GEBURTSTAG VON HILDEGARD KNEF
ALIX DUDEL UND THORSTEN LARBIG AM 25. JANUAR 2025 IN FRAUENFRIEDEN
Hildegard Knef war eine unglaublich vielseitige Künstlerin – am 28. Dezember 2025 wäre sie 100 Jahre alt geworden. In einer schwierigen Zeit begann sie zunächst eine Ausbildung als Zeichnerin, brach diese Ausbildung zugunsten eines Schauspielstudiums ab, begann zu singen, schrieb eigene Liedtexte und Gedichte, dann einen sehr erfolgreichen Roman und weitere Bücher. Mit ganz eigenem Timbre und einer unverwechselbaren Ausstrahlung präsentierte sie ihre Lieder vor kleinem und großem Publikum. Ihre lyrischen Liedtexte und die dazu von grandiosen Musikern komponierte Musik entwickelten schon bald ein Eigenleben und wurden und werden immer wieder neu interpretiert und dargeboten.
Es sind Hildes Lieder, und Alix Dudel ist die Interpretin – und was für eine! Unterstützt, umspielt und großartig gestärkt wird sie durch die Arrangements und das Spiel am Flügel von Thorsten Larbig. Zwischendurch gibt es kurze gelesene Passagen – aus dem Buch „Der geschenkte Gaul“, aus Hildes Biografie und aus ihrem Gedichtband. Diesen zwei Künstlern – Alix Dudel und Thorsten Larbig – zuzuhören ist ein Genuss.
„Das Podium – Kultur in Frauenfrieden“, das Kulturformat der Pfarrei Sankt Marien in Frankfurt, hat beide eingeladen und eröffnet damit sein buntes und abwechslungreiches Programm für 2026.
Gönnen Sie sich diese "Eine Stunde mit Hilde":
Sonntag, 25. Januar 2026, 17:00 Uhr, im Mariensaal neben der Frauenfriedenskirche (Zeppelinallee 101).
Tickets werden nicht benötigt, der Eintritt ist frei – wem es gefallen hat, kann am Ausgang eine Spende hinterlassen.



Dauerausstellung „Kreuzweg hinter Stacheldraht“ mit Bildern von Lothar Zenetti in der Frauenfriedenskirche
Der Priester, Dichter und Künstler Lothar Zenetti, von dem u.a. auch viele Texte der Gotteslob Lieder stammen, ist eng mit der Frauenfriedenskirche verbunden. Hier wuchs er auf, empfing die Taufe, Erstkommunion und Firmung und kehrte als Rentner wieder in die Gemeinde zurück.
Er malte als junger kriegsgefangener Seminarist schlichte, aber ausdrucksstarke Kreuzwegbilder auf zwei Wände der Lagerkapelle im „Stacheldrahtseminar“
Das Stacheldrahtseminar bei Chartres ist einer der seltenen Orte, der die deutsch-französische Versöhnung verkörpert. Im dortigen Kriegsgefangenenlager gründete Franz Stock nach dem 2. Weltkrieg ein Priesterseminar, in dem zwischen 1945 und 1947 rund 1.000 deutschsprachige Seminaristen auf ihre zukünftige Aufgabe in einem neuen Europa vorbereitet wurden. In dem ehemaligen Seminargebäude ist heute die „Europäische Begegnungsstätte Franz Stock Chartres“ beheimatet.
Diese besonderen Kreuzwegbilder von Lothar Zenetti hängen ab sofort, mit freundlicher Genehmigung als Daueraustellung, wenn keine Sonderausstellungen stattfinden, in der Taufkapelle der Frauenfriedenskirche.
Die Pfarrei Sankt Marien dankt der Abbè Stock Gesellschaft für die Erlaubnis die Reproduktionen ausstellen und zeigen zu dürfen.
